Statement on COVID-19

BIPoConference 2020 (Leipzig) Organizers’ Statement on COVID-19 crisis

Dear friends and fellow fighters,

We sent out our call for BIPoC* Climate Justice Conference at the beginning of February this year. We are humbled and overwhelmed with the support that you have shown. We have connected with many friends and allies. We became more confident in the need for organizing such a conference. However, due to the current COVID-19 pandemic situation, we need to postpone our planned conference until Autumn 2020.

Some of our home countries and the countries of our ancestors are more vulnerable to the pandemic not having as many resources as the countries in the global north. Even for countries in the global north, we see how government responses are failing to put people’s protection first and are prioritising business interests. We want to take this opportunity to emphasise that in an epidemic like this people are not equally affected. Those who are not protected by a safe job, health care and safe accommodation are more vulnerable to this crisis. We see some of us are exposed to increased aggression in our home countries and in white-dominated societies due to xenophobia and anti-Asian racism. This elaborates how in a global capitalist, racist, patriarch structure people in the global south, people living in poverty, women* and people with diverse racial and sexual identities are still the ones who are most vulnerable in an event of a crisis.

We want to take this experience to point on how the impacts of a climate catastrophe on a global scale would be many times bigger than this crisis. We also want to take a moment to acknowledge that many communities have been living in similar or worse vulnerable and insecure condition for years as a result of our existing all-consuming civilisation. We hope this feeling of vulnerability would make us more sensitive and we will create boundaries to allow for respectful co-existence for all living beings.      

Oak Town @ Hambacher Forst

We want to continue our work in this time which has imposed limitation on our way of organising. We are hoping to be able to organise the Conference in late Autumn this year. But, for the time being, we want to keep holding an online space for the BIPoC people to network, skill-building and experience sharing. 

Please write to us. Let’s build this movement together. We will come out of this crisis stronger. 

With love,

Tonny, Shayli, Phu, Momo, Aische, Sunny, Peter, Minerva, 

  1. BIPoC Black/ Indigenous / People of Color and white are not biological characteristics but describe the social and political position as discriminated and privileged people in a world marked by racism (see https://www.astafu.de/referate/bpoc).
  2. The asterisk (*) behind woman* was set based on the spelling in the book “Black Feminism” by Natasha A. Kelly (Ed.). “It is intended to indicate that the asterisk refers to persons read as female*”

Liebe Freunde und Mitkämpfer,

Anfang Februar dieses Jahres haben wir unsere Forderung nach einer BIPoC*-Klimagerechtigkeitskonferenz veröffentlicht. Wir sind  überwältigt von der Unterstützung, die  uns gezeigt  wurde. Wir haben uns mit vielen Freunden und Verbündeten verbunden (Gleichgesinnten verbündet?). Wir sind zuversichtlicher geworden, dass  solch eine Konferenz organisiert werden muss. Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemiesituation müssen wir jedoch unsere geplante Konferenz, die Anfang Mai stattfinden sollte, verschieben.

Einige unserer Heimatländer und die Länder unserer Vorfahren sind anfälliger dafür, dass die Pandemie nicht so viele Ressourcen hat wie die Länder des globalen Nordens. Selbst bei den Ländern des globalen Nordens sehen wir, dass die Regierungen nicht in der Lage sind, den Schutz der Menschen an die erste Stelle zu setzen und Geschäftsinteressen in den Vordergrund zu stellen. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um zu betonen, dass bei einer Epidemie wie dieser die Menschen nicht gleichermaßen betroffen sind. Diejenigen, die nicht durch einen sicheren Arbeitsplatz, Gesundheitsversorgung und sichere Unterkünfte geschützt sind, sind anfälliger für diese Krise. Wir sehen, dass einige von uns während dieser Krise aufgrund von Fremdenfeindlichkeit und anti-asiatischem Rassismus verstärkter Aggression in ihren Heimatländern und in weißen Mehrheitsgesellschaften ausgesetzt sind. Dies zeigt, wie in einer globalen kapitalistischen, rassistischen, patriarchalischen Struktur Menschen, die in Menschen im globalen Süden leben, Menschen, die in Armut leben, Frauen* und Menschen mit unterschiedlichen rassischen und sexuellen Identitäten in einem Krisenfall immer noch diejenigen sind, die am verwundbarsten sind.  

Wir wollen diese Erfahrung nutzen, um aufzuzeigen, wie die Auswirkungen einer Klimakatastrophe im globalen Maßstab um ein Vielfaches größer wären als diese Krise. Wir wollen auch einen Moment lang anerkennen, dass viele Gemeinschaften seit Jahren in einem ähnlich oder noch schlimmeren Zustand der Verwundbarkeit und Unsicherheit leben, als Folge unserer bestehenden alles verzehrenden Zivilisation. Wir hoffen, dass dieses Gefühl der Verwundbarkeit uns sensibler macht und dass wir Grenzen schaffen, die ein respektvolles Zusammenleben aller Lebewesen ermöglichen.      

Wir wollen unsere Arbeit in dieser Zeit, die unserer Organisationsform Grenzen gesetzt hat, fortsetzen. Wir hoffen, die Konferenz im Spätherbst dieses Jahres stattfinden lassen zu können. Aber vorerst wollen wir weiterhin einen Online-Raum für die BIPoC-Leute zur Vernetzung, zum Kompetenzaufbau und zum Erfahrungsaustausch anbieten. 

Bitte schreib uns. Gemeinsam werden wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. 

Mit besten Grüßen,

Tonny, Shayli, Phu, Momo, Aische, Sunny, Peter, Minerva, 

  1. BIPoC Schwarz/ Indigen / Menschen of Color / Einheimische und Weiß sind keine biologischen Merkmale, sondern beschreiben die soziale und politische Stellung als diskriminierte und privilegierte Menschen in einer von Rassismus geprägten Welt (siehe https://www.astafu.de/referate/bpoc).
  1. Das Sternchen (*) hinter Frau* wurde in Anlehnung an die Schreibweise in dem Buch “Black Feminism” von Natasha A. Kelly (Hrsg.) gesetzt. “Es soll darauf hinweisen, dass sich das Sternchen auf Personen bezieht, die als weiblich* gelesen werden”.